Der "FSV" hat jetzt auch einen Kunstrasen!!!

Chronik

Vereins-Chronik

Fußball-Sport-Verein 1946 Saulheim e.V.

Es ist schwierig, die Geburt und den Werdegang eines Vereins aufzuzeigen, wenn es an exakten Niederschriften und Dokumenten, vor allem aus den Anfangsjahren, mangelt. Trotz alledem kann festgestellt werden, dass nach Auswertung des verfügbaren Materials und nach intensiven Gesprächen mit noch lebenden Aktiven und Mitgliedern aus dieser Zeit, die nachstehend geschilderten Fakten den Tatsachen entsprechen. Sonach wurden die Weichen zur Begründung des Vereins in einem Treffen von Freunden des Fußballs, aktiven Spielern sowie ehemaligen Sportlern des Turn-und Radfahrervereins am 22. September 1946 im „Rheinhessischen Hof“ zu Nieder- Saulheim gestellt. Als Vorsitzender des seinerzeit gebildeten

Sportvereins Nieder-Saulheim“, in dem zunächst nur Fußballsport betrieben wurde, fungierte Heinrich Henß.

Fußball wurde in Nieder-Saulheim  auch schon nach dem 1. Weltkrieg gespielt, jedoch existierte kein geordneter Verein, unter dessen Führung man sich hätte entsprechend entwickeln können. Damals soll noch mit „Sechser-Mannschaften“ auf dem Turn-und Spielplatz bei der alten Schule und auf einem Acker des Gastwirts und Gemeindeeinnehmers Jakob Walldorf in „Hauben“ gespielt worden sein. Später verlegte man dann den Spielbetrieb auf den Sportplatz in der „Siedlung“, zwischen der heutigen Goethestraße und der Saarstraße. Leider zeigte man zu dieser Zeit in der Bevölkerung und bei den Nieder-Saulheimer Bürgern nur wenig Interesse und Sympathie für den Fußball, so dass man stets unter ungünstigsten Bedingungen dem „runden Leder“ nachjagte.

Mit dem 2. Weltkrieg kam es durch das Verbot des Turnerbundes und der aktiven Betätigung in den Turnvereinen durch die seinerzeitige französische Besatzungsmacht praktisch zum Erliegen jeglichen Spiel- und Sportbetriebs.

Mit der bereits erwähnten „Sportlerversammlung“ im September 1946 wurde man wieder initiativ und legte den Grundstein für einen Neubeginn unter verantwortlicher Vereinsobhut.

Die „Fußballer“, als „aktive Vorreiter“, bekamen im eigenen Lager bald wieder Konkurrenz, nachdem sich mit der Wiederzulassung der Turnvereine durch die sogenannten „Besatzer“ auch die ehemalige Handballmannschaft neu formiert hatte.

In der Folgezeit kam es zu ständigen Spielerwechseln in den einzelnen Sparten und Mannschaften, so dass ungute Rivalitäten und Reibereien sowie vereinsinterne Probleme nicht ausbleiben konnten. Die Fußballer fühlten sich vernachlässigt und Stimmen in Richtung  „Verselbständigung“ wurden wieder laut.

Schon vor dem 2. Weltkireg sollen derartige Bestrebungen im Gange gewesen sein, doch scheiterten diese Initiativen daran, dass in Nieder-Saulheim seinerzeit anderen Sportarten größere Dominanz eingeräumt wurde.

Bis 1947 sollen im Übrigen nur Freundschaftsspiele ausgetragen worden sein. Danach bestritt man Verbandsspiele in der A-Klasse des Kreises Alzey. B- und C-Klassen bestanden zu dieser Zeit im Kreis Alzey noch nicht. 1949 wechselte man in den Kreis Mainz. Dort hatte man dann in der C-Klasse, also der niedrigsten Fußball-Klasse, zu beginnen.

Gespielt wurde inzwischen auf dem Gemeindesportplatz im „Schacht“ an der heutigen Jahnstraße, der gegen Ende der 40er Jahre neu geschaffen worden war.

Wie schon bemerkt, war das Vereinsleben zu dieser Zeit in einer unruhigen Phase. Die Fußballer kamen mehr und mehr in „Personalnöte“. Als man im Spieljahr 1951/52 keine schlagkräftige „Elf“ mehr aufs Feld schicken konnte, nahm der zuständige Fußball-Fachwart Philipp Roth die Manschaft aus der Verbandsspielrunde heraus. Gleichzeitig setzte er alles daran, einen Neuaufbau in „Eigenständigkeit“ zu betreiben.

Im engsten Kreise wurden Fußballspieler und –freunde geworben und im Lokal „Heinrich Roth“, später „Philipp Balz“, in der Ober-Saulheimer Straße, das seinerzeit und noch viele Jahre danach als „Sportklause“ bzw. „Vereinslokal“ diente, bereitete man in mehreren kleineren Zusammenkünften die Etablierung des „Fußballvereins 1946 Nieder-Saulheim“ vor.

Am 29.März 1952 fand unter Führung von Philipp Roth die entscheidende und somit für die Zukunft weichenstellende erste Sitzung der „Fußballer“ statt.

Folgende Beschlüsse wurden gefasst:

1. Die ehemaligen Fußballer des Sportvereins Nieder-Saulheim beantragen die Selbständigkeit und Neugründung des „Fußballvereins 1946 Nieder-Saulheim“ beim Sportbund Rheinhessen e.V. und dem Südwestdeutschen Fußball-Verband.

2. Der Vorstand des Vereins wird bis zur konstituierenden Generalversammlung wie folgt gebildet:                                            

1.Vorsitzender:                                          Ferdinand Schäfer

2.Vorsitzender:                                          Helmut Goland

Schriftführer:                                              Philipp Roth

Kassenverwalter:                                       Wilhelm Helmus

Spielleiter:                                                 Johann Schäfers

Spielausschussleiter und Trainer:             Heinz Allermann

Jugendleiter:                                              Karl Fuchs

Beisitzer:                                                    Richard Mauer

                                                                   Karl Höfle

                                                                   Heinrich Heeb,

                                                                   Willy Klug

Kassenprüfer:                                             Dr. Thörle

                                                                   Erwin Walldorf

Man legte auch schon einen Jahresbeitrag fest, der für Erwachsene 4,00 DM und für Jugendliche 0,20 DM betrug.

Die vorläufigen Festlegungen und Beschlüsse wurden dann kurze Zeit später in einer „Generalversammlung“ bei der Anwesenheit von 31 Mitgliedern bestätigt, was sich auch auf den im März 1952 gebildeten Vereinsvorstand bezog.

Die beschlossene Anmeldung beim Sportbund Rheinhessen e.V., dem Südwestdeutschen Fußball-Verband sowie den zuständigen behördlichen Stellen wurde unter dem Datum vom 12. April 1952 getätigt.

Mit dem Spieljahr 1952/53 trat man in den offiziellen Verbandsspielbetrieb wieder ein und konnte bald in der C-Klasse Mainz eine dominante Rolle spielen, die schon 1955 zur Meisterschaft und somit zum Aufstieg in die B-Klasse Mainz führte. Allerdings war hierzu ein Entscheidungsspiel gegen Ülversheim notwendig, das mit 1:0 gewonnen wurde. Die errungene Meisterschaft brachte erwartungsgemäß weiteren Aufschwung, und man konnte viele Jahre durchweg in den oberen Positionen dieser Spielklasse mitmischen. Angemerkt sei in diesem Zusammenhang auch, dass über einen längeren Zeitraum Spieler aus dem benachbarten Udenheim mitwirkten, was mit der Gründung eines eigenen Vereins im Jahre 1959 sein Ende fand. Großen Anteil an der Entstehung und guten Entwicklung des Vereins hatten der bereits genannte Fußball-Fachwart Philipp Roth sowie die späteren Alters- bzw. Ehrenpräsidenten Johann Schäfers und Heinz Allermann. Letzterem ist auch die „Vereinsstandarte“ zu verdanken, die er dem Verein anlässlich des 25-jährigen Jubiläums stiftete. Auch sollen die langjährigen verdienstvollen Schriftführer bzw. Kassierer Benny Franz und Karl-Emil Dechent nicht unerwähnt bleiben. 

Festzuhalten bleibt auch noch, dass sich 1956 inzwischen eine "Tisch-Tennis-Abteilung" gebildet hatte, die rasch guten Zuspruch fand und somit das Betätigungsfeld im Verein ergänzte. Der Spiel- und Übungsbetrieb wurde über eine Reihe von Jahren in den Nebenräumen der Gaststätte von Philipp Blum, „Unter den Linden“, in Nachbarschaft des Saulheimer Bahnhofs, abgewickelt. Später wurde dann der Umzug in die ehemalige Ober-Saulheimer Schulturnhalle betrieben. Nach Inbetriebnahme der Schule am Kapellenberg wurde ab 1958/59 der dortige kleine Gymnastiksaal während der Wintermonate für den Trainingsbetrieb mit herangezogen.

Hier stand wohl auch die Wiege für die Anfang der 60-er Jahre gebildete "Leichtathletik-Abteilung", zumal sich in der damals verantwortlichen Person von Hans Grasemann die Interessen von Fußball und Leichtathletik bestens koordinieren ließen. Die Blütezeit dieser Abteilung mit den veranstalteten großen, überörtlichen Volksläufen 1966 und 1967 sowie das spätere Zusammenwirken in der LG Rheinhessen-Mitte und dem LAZ Nieder-Olm sind leider heute nur noch Erinnerung.

Mit dem Ausbau der Sportanlage an der Jahnstraße in den Jahren 1965/66 kamen die Fußballer noch einmal in arge Bedrängnis, da die bedingte Auslagerung auf Sportplätze in der Nachbarschaft mit eingeschränktem Trainings- und Spielbetrieb (die Aktiven mussten nach Wörrstadt, die Jugend nach Ober-Saulheim ausweichen) ihren Tribut forderte. 1967/68 kam es zum Abstieg in die C-Klasse, doch glückte bereits ein Jahr später nach einem gewonnenen Entscheidungsspiel gegen den Post SV Mainz der Wiederaufstieg in die B-Klasse.

1966/67 stand auch ein Vereinslokalwechsel an, indem man von der langjährigen Vereinsgaststätte Philipp Balz in das Lokal von Helmut Sperb, „Zur Traube“, in der Mainzer Straße, umzog.

Ende der 60er Jahre war im Übrigen auch ein Generationswechsel in der Vorstandsarbeit eingeleitet worden. Über etwa zwei Jahrzehnte zeichneten von nun an Erich Walldorf, Heinz-Willi Dechent, Hermann Kreis, Heinz–Ludwig Binz und eine Reihe weiterer verdienter Aktiver und Mitglieder verantwortlich. Auch die in der Vorstands-, Aktiven- und Jugendarbeit verdienten Hans-Wilhelm Weyerhäuser, Karl Meißner, Otto Lörcher und Herbert Heiser sollen in diesem Zusammenhang nicht ungenannt bleiben.

Mit dem erfolgten Sportplatzausbau waren auch vielfältige Initiativen und Aktivitäten für den Verein verbunden, indem man unter anderem in Eigenhilfe „sechs Flutlichtmaste“ erstellte, um die Basis für einen geordneten Trainingsbetrieb über das ganze Jahr zu schaffen.

1970/71 war auch der Bau eines Umkleidegebäudes unter großem Engagement der Fußballer erfolgt, so dass endlich das Umziehen in Gaststättenräumen und das Waschen in Kübeln in den Innenhöfen der Vereinslokalitäten ein Ende hatten.

Viele ehemalige Aktive werden sich noch gut an diese Zeit erinnern, zumal auch hin und wieder das „Waschwasser“ den Weg zu den Köpfen der Gastspieler nahm, was logischer Weise dann mehr oder weniger große handgreifliche Auseinandersetzungen zur Folge hatte.

Ein besonderer Höhepunkt war zweifelsohne das 25-jährige Vereinsjubiläum im Jahre 1971, das in einem sehr würdigen Rahmen gefeiert wurde und eine riesige Resonanz fand. In guter Erinnerung ist wohl noch der seinerzeitige Besuch des leider inzwischen verstorbenen Ehrenspielführers der deutschen Fußball-Nationalmannschaft, Fritz Walter, geblieben, der den Anstoß zum Freundschaftsspiel gegen RWO Alzey  vollzog.

Im Jahre 1972 war wieder einmal ein Vereinslokalwechsel fällig. Man zog in den heute ebenfalls nicht mehr existenten von Hanne und Werner Stützel betriebenen „Schützenhof“, auf der „Brücke“, um, was bis 1977 Bestand haben sollte. Die Tatsache, dass man über eigene Vereinsräumlichkeiten nicht verfügen konnte, stellte sich stärker denn je als großer Mangel dar. Überlegungen, diesem Mangel abzuhelfen, führten schließlich im Jahre 1973 dazu, in Zornheim eine nicht mehr benötigte, größere „Baubude“ zu erwerben, um sie beim Sportplatz an der Jahnstraße im Anschluss an das vorhandene Umkleidegebäude auf- und auszubauen. 1977 wurde dann bei Wiesbaden eine zweite, ähnlich große „Baubude“ erstanden, angebaut und für Zwecke des Vereins ausgestaltet. Nun war endlich die Möglichkeit gegeben, nicht nur Spielersitzungen und kleinere Vereinszusammen-künfte direkt beim Sportplatz abzuwickeln, sondern dies ermöglichte nun auch, Aktive und Gäste in kleinerem Rahmen zu verköstigen.

Große Verdienste beim Ausbau und Betrieb haben sich hierbei Paul Heimbach, Heinz-Jürgen Bockhardt, Walter Kobel und noch viele weitere Aktive und Mitglieder erworben.

1973 war die von der Gemeinde am Westring erstellte Großsporthalle in Betrieb genommen worden, wovon nicht zuletzt auch die Fußballer profitieren konnten. Insbesondere für den Trainingsbetrieb in den Wintermonaten war dies eine große Hilfe, und man war darüber hinaus nun auch in der Lage, einmal eigene Fußball-Turniere „unterm Dach“ durchzuführen. Schließlich war die Mitnutzung dieser Sporthalle auch Basis dafür, im Jahre 1975 eine eigene "Frauen-Gymnastik-Abteilung" zu begründen. Als Abteilungsleiterin fungierte Elli Allermann; in Nachfolge dann Lisel Kreis und Annerose Mann. Letztere zeichnet auch heute noch für die Abteilung verantwortlich. Inzwischen wurde der Übungsbetrieb wegen des erhöhten Bedarfs anderer Sparten und Sportvereine ins benachbarte Bürgerhaus verlagert.

1976/77 wurde eine neue "Vereinssatzung" erarbeitet und die Eintragung ins Vereinsregister beim Amtsgericht Bingen betrieben. Gleichzeitig wurde eine Namensänderung bzw. –ergänzung vorgenommen, um mit der neuen Bezeichnung "Fußball-Sport-Verein 1946 Saulheim e.V." nicht nur die Vereinsregistereintragung zu dokumentieren, sondern auch der Tatsache Rechnung zu tragen, dass die beiden Ortsteile Nieder- und Ober-Saulheim inzwischen zusammengeführt worden waren und dass man im Verein nicht nur Fußball, sondern auch andere Sportarten betreiben kann.

Mit dem Spieljahresende 1981/82 war endlich ein lang erstrebtes Ziel erreicht. Die Meisterschaft in der B-Klasse Mainz wurde verbucht und somit der Sprung in die A-Klasse Rheinhessen geschafft. Stolz und Freude waren groß und entsprechend wurde auch gefeiert.

Von Ende der 70er Jahre bis Mitte der 80er Jahre war man im Verbandsgemeindegebiet fußballerisch dominierend. Der ins Leben gerufene Verbandsgemeinde-Pokal wurde praktisch in Serie errungen. Leider konnte dieses Niveau nicht gehalten werden, andere Vereine spielten sich in den Vordergrund. Oberstes Ziel war es von nun an, die A-Klasse (jetzt „Bezirksklasse“) zu erhalten.

Ende der 80er Jahre war ein erneuter Generationenwechsel in der Vorstandsetage zu verzeichnen. Manfred Kröhl, Karl-Hans Kröhl, Horst Schuhmacher usw. traten nun in die Verantwortlichkeit des Vereins.

Auch seien in diesem Zusammenhang Helmut Schmitt als langjähriger verdienter Spieler, Aktiven- und Jugendbetreuer sowie Wolfgang Rotenburg mit seinen Vorgängern Hans-Wilhelm Kaiser und Hans Baumgärtner für den Wirtschaftsbetrieb hervorgehoben. Nicht zuletzt muss auch einmal die Person von Rudi Mann herausgestellt werden, der sich nicht nur in vielfältiger Weise in allen Belangen des Vereins engagierte, sondern die Jugendarbeit mit einer Vielzahl von Helfern praktisch über Jahrzehnte bis zum heutigen Tage prägte.

Vom 12. bis 17.Juni 1986 feierte man das 40-jährige Vereinsjubiläum. Abermals ein schönes Fest mit einem tollen Programm, das entsprechenden Anklang fand.

1989 erstellte man ein kleines Nebengebäude beim „provisorischen Vereinsheim“, um der Misere mit der Lagerung von Materialien und Gerätschaften begegnen zu können. Auch schlossen sich zum wiederholten Male umfangreiche Renovierungs-und Sanierungsarbeiten in den existenten Gebäuden am Sportplatz an der Jahnstraße an.

Das Bemühen um die Instandhaltung und Verbesserung des Sportplatzes, der Nebenanlagen und Gebäude, zog sich wie ein „roter Faden“ durch das „FSV-Leben“! So wurden zum Beispiel eine „Barriere“ um den Sportplatz und ein „Ballfangzaun“ erstellt; die inzwischen marode gewordenen „Holz-Fußballtore“ wurden durch moderne „Alu-Tore“ ersetzt; die „Sportplatzdecke“ musste mehrmals mit entsprechendem „Splitt“ ausgebessert werden und der „Hang“ an der Südseite des Sportfeldes war durch eine „Stützmauer“ abzusichern. Darüber hinaus musste man immer wieder „Säuberungsaktionen“ rund um das Sportgelände starten. Die freiwillige Eigenhilfe und Initiative der Aktiven und Mitglieder war stark gefordert.

Das 50-jährige Vereinsjubiläum würdigte man im Juni 1996 mit einem großen Fest. Insbesondere der seinerzeit initiierte „Schlepper- und Traktoren-Treff“ mit dem Umzug durch Saulheim und die „akademische Feier“ in Anwesenheit des damaligen Ministers des Innern und für Sport des Landes Rheinland-Pfalz, Walter Zuber, sind wohl in guter Erinnerung und wären herauszuheben.

Das Jubiläumsjahr gab wohl auch die Zündung zur Bildung einer "Badminton-Abteilung" unter Führung von Doris Dechent. Auch diese Abteilung fand schnell regen Zuspruch und ist inzwischen zum festen Bestandteil des Vereinsgefüges geworden. Der Spiel- und Übungsbetrieb wird in der am „Kapellenberg“ neu geschaffenen Sporthalle abgewickelt.

Die 90er Jahre brachten bei den Fußballern leider nur wenig Höhen, und 1997 war der Abstieg in die B-Klasse (jetzt „Kreisliga“) nicht mehr abzuwenden. Hierfür mitentscheidend waren allerdings auch die schlechten Spielbedingungen auf dem inzwischen völlig maroden Sportplatz an der Jahnstraße. Man sehnte den von den Gemeindevertretern lange versprochenen Sportplatzneubau in der Mühlbachaue herbei, um wieder einen Anreiz für den Fußballsport und neue Impulse für das Vereinsgeschehen zu erhalten.

1999 war es dann endlich so weit, die neue Sportanlage "Mühlbachaue" war fertiggestellt und konnte in Betrieb genommen werden. Zur offiziellen Einweihung am 26. Juni 1999 waren die langjährigen Sportfreunde aus Groß-Reken / Münsterland zu Gast. Den Anstoß führte der rheinland-pfälzische Sportminister Walter Zuber aus.

Endlich waren Bedingungen gegeben, die das „Fußballerherz“ höher schlagen lassen. Natürlich konnten und können auch die übrigen Sportvereine vom „Neugeschaffenen“ profitieren, was in besonderem Maße für die Leichtathleten des TuS Saulheim gilt.

Es stellte sich schließlich auch wieder entsprechender Erfolg ein, wenngleich zunächst nur zögerlich. Mit dem Spieljahr 2001/02 verbuchte man endlich die erneute Meisterschaft in der Kreisliga Mainz und konnte mit dem Spieljahr 2002/03 wieder in der Bezirksklasse Rheinhessen-Nord mitwirken. Jahr für Jahr geht es vordergründig um den Erhalt dieser Spielklasse. Die leider nach wie vor sehr dünne „Spielerdecke“ lässt kaum weitergehende Hoffnungen zu. Mit der Verpflichtung des ehemaligen beim 1. FC Kaiserslautern mitwirkenden Bundesligaspielers Axel Brummer aus Partenheim im Jahre 2003/04 sind hoffentlich die Weichen für bessere Zeiten gestellt. Insbesondere die jüngeren Spieler können wohl an dessen Wissen und Können partizipieren.

Der größte Wunsch zum 60-jährigen Bestehen des Vereins ist wohl der, dass sich wieder mehr Jugendliche und Aktive dem Fußballsport widmen und im Verein engagieren. Nur so wird man den vielschichtigen Aufgaben und den Erwartungen der Mitglieder gerecht werden können.

Zweifelsohne ist der Kern des Vereins nach wie vor der „Fußball“, ohne die anderen sehr gut frequentierten Abteilungen in Frage zu stellen oder gar in Misskredit zu bringen. Alle müssen an einem Strang ziehen und das Wort „Kameradschaft“ muss wieder mehr Gewicht bekommen. Hieran und hierfür gilt es zu arbeiten und zu werben.

Dass all die Aufgaben nicht unerhebliche Kosten verursachen, liegt auf der Hand. Die Ausgaben für Sportkleidung, Spiel- und Übungsgeräte, Sportversicherungen usw. steigen von Jahr zu Jahr. Nur mit den Mitgliedsbeiträgen lässt sich dies schon lange nicht mehr bewältigen, andere Einnahmequellen müssen erschlossen werden. Aufgrund dieser Tatsache hat sich auch im Jahre 2000 der Bruderverein "Sportfreunde Mühlbachaue" gegründet, um über den Wirtschaftsbetrieb und besondere Veranstaltungen die notwendigen „Fördergelder“ zu erarbeiten, die dann die finanziellen Lücken im Vereinsgeschehen schließen lassen.

Von den Politikern wird immer wieder die ehrenamtliche Tätigkeit gelobt und propagiert. Doch leider findet dies in der Steuergesetzgebung nur unzureichend Rückhalt. So hat man Freibeträge festgelegt, die den heutigen Verhältnissen und Bedürfnissen im Vereinsleben nicht mehr gerecht werden. Deshalb sind viele Initiativen im außersportlichen Bereich von vornherein eingeschränkt oder gar zum Scheitern verurteilt. Niemand ist bereit, sich Tage oder auch Nächte in ehrenamtlichen Bereitschaftsdiensten um die Ohren zu schlagen, wenn am Ende das finanziell Erwirtschaftete wieder an Steuern zurückgefordert wird. Leider blieb auch der FSV von dieser misslichen Regelung und Handhabung nicht verschont. So sah man sich im Jahre 2000 mit einer sehr hohen Steuerrückforderung konfrontiert, die den großen und engagierten ehrenamtlichen Einsatz mehrerer Jahre zunichte machte.

Es ist äußerst bedenklich, dass aufgrund dieser Umstände schon die kleinen Amateur-Vereine gezwungen sind, mit einem „Steuerberater“ zusammenzuarbeiten, was weitere Kosten verursacht und dem eigentlichen Zweck, nämlich dem „Sport“, verloren geht. Doch Resignation darf sich nicht breit machen, die Jugend braucht mehr denn je Betreuung und ein ausgewogenes sportliches und gesellschaftliches Angebot, dem sich auch der Fußball-Sport-Verein in Zukunft stellen will und wird!

Der Verein vereinigt in seinen Reihen gegenwärtig über 650 Mitglieder. Weit über ein Drittel hiervon stellen die Jugendlichen. Hier gibt es keine Integrationsprobleme für ausländische Mitbürger. Es wird weder nach Religion oder Hautfarbe noch nach sozialer Herkunft geurteilt oder entschieden. Jeder ist gern gesehen und willkommen!

Dass in einem Verein nicht nur „Sport“ betrieben wird, ist wohl klar. Dies ist auch beim FSV nicht anders. Neben den ständig veranstalteten Wettkämpfen und Turnieren auf dem Sportplatz und in den Sporthallen sowie den vielzähligen Freundschaftsbegegnungen mit und bei Gastmannschaften aus Nah und Fern, zählen Kameradschaftsabende, Weihnachtsfeiern , Ausflüge, Wanderungen usw. und eine Reihe anderer Veranstaltungen zum regelmäßigen Vereinsprogramm.

Die Zahl der Initiatoren und Helfer kann nicht groß genug sein! Deshalb ein erneuter Appell an alle Sportfreunde und Mitglieder, sich dem nicht zu verschließen, sich noch stärker zu engagieren und Miteinzubringen.

Zum derzeitigen Spiel-und Übungsbetrieb bei den Fußballern kommend ist festzustellen, dass gegenwärtig neben der in der Bezirksklasse-Nord agierenden 1.Mannschft noch eine 2.Mannschaft besteht, die in der Kreisklasse (früher  C-Klasse) spielt. Die Aktiven Gerhard Jancu und Markus Keppner bemühen sich mit dem bereits genannten Übungsleiter und auch noch aktiv mitwirkenden Axel Brummer um diese Teams und tragen für einen ordnungsgemäßen und geregelten Ablauf Sorge. Früher bestritt die 2. Mannschaft als „Reserve“ in der Regel das Vorspiel zur 1. Mannschaft, wenngleich es auch hier um Punkte ging.

Von 1968/69 bis 1974/75 und dann noch einmal von 1976/77 bis 1979/80 konnte man gar noch eine sogenannte „1b-Mannschaft“ melden, die seinerzeit ebenfalls in der C-Klasse Mainz um Tore und Punkte kämpfte.

Will man Spieler herausheben, die das Geschehen der Vergangenheit bei den Aktiven prägten, so ist dies äußerst problematisch, da man zum einen nicht alle nennen kann und man zum anderen dem einen oder anderen auch nicht gerecht wird. So seien stellvertretend und ohne Wertung Wilfried Brodrecht, die Gebrüder Georg-Werner und Otto Studt, Walter Bucher, Karl-Heinz Strauß, Karl-Heinz Lehrbach, Hans-Wilhelm Stütz, Udo Walldorf, Hans-Walter Zorn, Uwe Kliem, Bruno Alznauer und der bereits erwähnte Helmut Schmitt genannt.

Für die 2.- und die 1b-Mannschaft sind Ernst Schilling, Peter Bagus, Hermann Böhres, Johann Sattler, die Brüder Ewald und Lutz Bertram, Ewald Albert und Klaus Schramm zu nennen, die zeitweise auch in der 1. Mannschaft und später zum Teil dann auch bei den „Alten Herren“(A.H.) zum Einsatz kamen.

Auch die A.H. hat eine gute und lange Tradition im Verein. Hier ging und geht es zwar nicht um Punkte, doch wird ebenso mit großem Ehrgeiz gekickt.

Es wären nicht nur die langjährigen Spieler und Betreuer Heinz Allermann, Richard Straub, Hermann Kreis und Reinhold Kappes zu nennen, sondern auch die verdienten „Mitstreiter“ Johann Eifinger, Willi Dillmann, Georg Horter, Horst Weindorf, Adi Leidig, Herbert Heiser, Rudi Mann und Wolfgang Rotenburg sowie die „Mitbegründer“ Emil Weindorf, Carl Freund und Rudi Mahler. Hinzu kommen die gegenwärtigen Spieler und Betreuer Horst Schuhmacher, Ralf Kreis und Markus Peter.

Es muss noch einmal betont werden, dass nur ein paar wenige Akteure herausgegriffen wurden, die Aufzählung beliebig fortzusetzen wäre.

Aus dem Trainer-Bereich wären neben den bereits genannten Heinz Allermann und Hans Grasemann insbesondere Karl-Heinz Eichmann, Roland Göttel und nicht zuletzt Axel Brummer herauszustellen, die darüber hinaus auch aktiv mitwirkten bzw. noch entsprechend agieren.

Bei der Jugend fungiert Tobias Ebling als „Jugendleiter“. Ihm steht eine ganze Zahl von Helfern zur Seite. Rudi Mann und Helmut Schmitt sind schon genannt worden. Aus Vergangenheit und Gegenwart sind noch Otto Lörcher, Paul Heimbach, Rolf Kaßens, Klaus Hartmann und Armin Walldorf hervorzuheben.

In der Saison 2005/06 spielte man mit acht eigenen Jugendmannschaften im C-, D-, E- und F-Jugendbereich. Darüber hinaus unterhielt man noch Spielgemeinschaften mit Nachbarvereinen im A-und B-Jugend-Bereich. Hinzu kommen noch die sogenannten „Bambinos“, die die ersten Spielversuche in Fußballschuhen absolvieren.

Gerade bei der Jugend ist die Betreuungsarbeit nicht einfach und erfordert viel Geschick und Geduld. Hier muss man abermals an die vielen betroffenen Elternteile appellieren, sich noch stärker zu interessieren, zu engagieren und Miteinzubringen. Nur so wird man auch in Zukunft den Wünschen und den gestellten Forderungen bzw. Aufgaben gerecht werden können.

Auch „Schiedsrichter“ hat ein jeder Verein abzustellen bzw. zu melden. Auch hier sind die Engpässe groß, und es wird immer problematischer, Interessierte für das Amt des Unparteiischen zu finden und zu begeistern. Hoffen wir auf ein gutes Echo im Sinne der gemeinsamen Sache. Hier ist für die Vergangenheit den hoch verdienten Referees des Vereins Heinz Brack und Paul Heimbach besonders zu danken.

Dass die Vereine und nicht zuletzt auch die „Fußballer“ immer mehr mit personellen Problemen fertig zu werden haben, ist allseits bekannt. Das Freizeitangebot ist inzwischen so vielschichtig geworden, dass immer weniger Menschen bereit sind, in organisierten Gruppen, gleich welcher Art, mitzuwirken. Hoffen wir, dass das noch vorhandene Potential an Interesse und Engagement nicht gänzlich verloren geht und weiter Früchte trägt.

Da man nicht alle verdienstvollen Aktiven und Mitglieder eines Vereins in einer „Vereins-Chronik“ erwähnen oder gar hervorheben kann, sei allen auf diesem Wege pauschal und herzlich gedankt. Dies gilt natürlich nicht nur für Spieler, Trainer und Betreuer sowie Akteure in der Vorstandsarbeit, sondern auch für die große Zahl an Helfern, Gönnern und Freunden.

Auch sei den Verantwortlichen in der Gemeinde, den zuständigen behördlichen Stellen sowie den Verbandsorganen gedankt.

Zum Schluss Lob und Dank dem amtierenden Vereinsvorstand mit Manfred Kröhl an der Spitze. Gerade er verdient größten Respekt und hohe Anerkennung für sein Engagement und seine unermüdliche Arbeit. Schließlich begleitet er nun schon zwei Jahrzehnte dieses verantwortungsvolle Amt, wozu es aus der Vergangenheit keinen Vergleich gibt!

Nachstehend seien die Vereinsvorsitzenden von 1946 - 2006 sowie der im „Jubiläumsjahr“ fungierende Vereinsvorstand zur Erinnerung festgehalten bzw. wiedergegeben.

Vereinsvorsitzende seit 1946:

1946-1951       Heinrich Henß                                        (SV 1946 Nieder-Saulheim)

1951-1952       Ferdinand Schäfer                                  (FV 1946 Nieder-Saulheim)

1952-1959       Heinz Allermann

1959-1961       Fritz Dechent

1961-1962       Philipp Weyerhäuser

1962-1968       Johann Schäfers                                                        

1968-1969       Heinz Allermann

1969-1971       Johann Schäfers (1969/70 in der Funktion des „Alterspräsidenten“)

1971-1978       Erich Walldorf                                          (FSV 1946 Saulheim e.V.)                    

1978-1981       Hermann Kreis

1981-1986       Heinz-Willi Dechent

1986-2006       Manfred Kröhl

Vereinsvorstand im Jubiläumsjahr 2006:

1. Vorsitzender:                                                                          Manfred Kröhl

2. Vorsitzender:                                                                          Rudi Mann

Schriftführer:                                                                              Horst Schuhmacher

Kassierer:                                                                                   Karl-Hans Kröhl

Abteilungsleiter Fußball (Aktive):                                               Gerhard Jancu

Jugendleiter Fußball:                                                                 Tobias Ebling

Abteilungsleiter Tisch-Tennis:                                                    Jörg Bertram

Abteilungsleiterin Frauen-Gymnastik:                                        Annerose Mann

Abteilungsleiterin Badminton:                                                    Doris Dechent

Beisitzer:                                                                                    Chrstian Dechent

                                                                                                   Klaus Hartmann

                                                                                                   Oliver Käckenhoff

                                                                                                   Reinhardt von Dalwigk

Kassenprüfer:                                                                             Heinz Weyerhäuser

                                                                                                   Markus Peter

                                                                                                   Gerhard Metzler

                                                                                                    Wolfgang Rotenburg

Platzkassierer:                                                                            Karl-Heinz Lehrbach

Standartenträger:                                                                        Heinz Weyerhäuser

                                                                                                    Karl Meißner

Der Chronist bedankt sich bei allen Verantwortlichen und Helfern und bittet um Nachsicht, falls jemand nicht oder nur ungenügend gewürdigt worden ist.

Zusammengestellt und aufgezeichnet von

Hermann Kreis

Saulheim, im August 2006